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// Mitternachtssonne

In Grönland war ich geringfügig südlich des nördlichen Polarkreises – eine “echte” Mitternachtssonne hatte ich also nicht. Trotzdem war es 24/7 hell.
Gegen Mitternacht verschwand die Sonne kurz unter dem Horizont nur um nicht mal eine Stunde später wieder aufzugehen. Dazwischen war es Dämmerung.

Müde wurde ich bei den Lichtverhältnissen nicht. Ich glaube, in dem achtwöchigen Urlaub habe ich nie länger als drei Stunden geschlafen. Ein Zelt läßt sich ja auch nur schwer abdunkeln und eine Augenbinde wollte ich nicht: man weiß ja nicht, ob nachts nicht vielleicht doch ein Eisbär “zu Besuch” kommt. Ich habe zum Glück nicht herausgefunden, ob der Vorgang “Eine-Augenbinde-Im-Halbschlaf-In-Sekundenbruchteilen-entfernen” einen Unterschied macht (wahrscheinlich nicht) oder ob ich das im Falle eines Falles überhaupt bemerkt hätte (wahrscheinlich auch nicht)…
Wie dem auch sei: schlaflos in Grönland ist besser als vom Bären gefressen werden (auch wenn alle Bemühungen wahrscheinlich keinen Unterschied machen) 😉

Das hier ist ein Sonnenaufgang – hat also Seltenheitswert unter meinen Fotos: in Deutschland gelingt mir alten Langschläfer sowas nämlich nie. Ihr kennt ja bestimmt den Witz:

Auf einer Ausstellung stehen zwei Besucher vor einem Gemälde. Fragt der eine: “ist das ein Sonnenaufgang oder ein Sonnenuntergang?” – Antwortet der zweite im Brustton der Überzeugung: “Ein Sonnenuntergang.”
“Woher weißt Du das?”
“Nun, ich kenne den Künstler. Vor elf steht der nie auf.”

Nun, für dieses Foto war ich noch nicht mal im Bett Schlafsack 😉
Stattdessen schaute ich zu, wie die Wolken über die Berge schwappten. Morgens war es dann recht nebelig über dem Fjord. Erst wenn die Sonne etwas kräftiger wurde, hatte ich wieder eine fantastische Sicht von schätzungsweise 150 bis 200 km und unverschämt blauen Himmel. Der Sommerhimmel hier in Deutschland könnte ruhig etwas mehr Sättigung vertragen. Mir kommt der Himmel hier trotz schönen Wetter und “klarer” Sicht (HAHA!) regelrecht grau vor.

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// Grönlands Flora

Wenn der Schnee mal nicht da, blüht in Grönland sogar was. Sehr viel sogar – auch wenn nichts größer ist, als ein Fingernagel:

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// Pest oder Cholera

Ich habe ja gerade eben noch ein Foto gefunden, der den Weg auf den Berggipfel des letzten Blogartikels zeigt.

Nach Möglichkeit habe ich mich für die wenigstens halbwegs schneefreien Strecken entschieden. In diesem Fall war die Idee eher suboptimal. Mit 26 kg Gepäck läuft es sich nicht sonderlich gut auf diesen großen Steinen.

Wenn mich meine Erinnerung nicht vollends täuscht, dann sieht man links oben auch noch die Spur, die ich (unfreiwillig) auf dem Hosenboden schlitternd hinterlassen habe…

Manchmal war die Entscheidung echt schwer: durch nassen Schnee vorwärtskämpfen oder auf unwegsamen und steinigen Gelände einen Weg suchen.
Meist fiel die Entscheidung auf den Schnee – das bedeutete zwar klatschnasse Socken/Schuhe/Hosen aber trotz allem einfacher zu laufen, als über Felsbrocken zu klettern.

An manchen Tagen war ich froh, wenn ich das Zelt endlich aufbauen konnte. Dies war so einer – auch wenn die Aussicht einiges entschädigt hat 😉

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// Hoch hinaus…

Auf den letzten Fotos sah Grönland ja recht begehbar aus – “normal” waren jedoch eher diese Zustände.
Es ist ein herrliches Gefühl, wenn der “Boden” auf einmal zu knacken beginnt – und sich als See entpuppt, dessen Eisschicht zu schmelzen beginnt. Im Vergleich zu der Klettertour auf diesen Berg jedoch immer noch ein eher leicht zu begehendes Gelände.

Das Grüne sind übrigens keineswegs (Wasser-)Pflanzen: das Schmelzwasser da oben war extremst farbig. Der grüne Farbton eher selten, meistens ein unverschämt strahlendes Cyanblau.
Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir nur schwer, nein: gar nicht vorstellen, wie Grönland zu seinem Namen gekommen ist.

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// Schmelzwasser

So schön die Schneeschmelze in Grönland dank des Schmelzwassers auch ausgesehen hat, so sehr bereitete sie auch die meisten Probleme beim Wandern.

Die Schmelzwasserbäche, die ich gesehen habe, waren die harmlosen. Kritisch waren die Schmelzwasserbäche, die ich nicht gesehen habe, sondern nur gehört. Diese konnte ich dann unter der Schneedecke ersteinmal orten und dann hoffen, daß der Schnee bei einer Überquerung noch tragfähig war.

Meistens ging es gut, ein paar mal landete ich jedoch auch ein Stockwerk tiefer.

Ansonsten war das Schmelzwasser bestens geeignet, um Tee oder Suppe zu kochen. Besonders der Tee war dank des weichen Wassers extremst lecker 🙂

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