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// Go├░afoss

Das Wetter wurde nun so richtig besch…eiden: Tiefh├Ąngende Wolken, Regen, alles doof. Ich hatte keine trockenen Klamotten mehr, der Schlafsack war durchweicht und mitten im isl├Ąndischen Hochsommer war es ein Wetter, das man in Deutschland im November erwartet h├Ątte.

Ein Autofahrer hat mich hier eingesammelt und aus der Waschk├╝che zwar nicht rausgebracht, aber wenigstens etwas abgek├╝rzt. Er w├Ąre auch noch weitergefahren, aber 1) wollte ich mir den fotografischen Zwischenstop am Go├░afoss nicht entgehen lassen und 2) wollte ich weiter nach M├Żvatn. Dazu h├Ątte ich am
Go├░afoss nach rechts abbiegen m├╝ssen, der Autofahrer wollte jedoch nach links.

Anyway, das war mein zweiter gro├čer Wasserfall auf der Islandtour und wenn schon der Aldeyjarfoss beeindruckend war, dann war es der Go├░afoss noch mehr.

Der Sage nach soll hier ├×orgeir um das Jahr 1000 n. Chr. die letzten heidnischen G├Âtterbilder versenkt haben, nachdem die Isl├Ąnder kollektiv zum Christentum ├╝bergelaufen sind. Daher auch der Name Go├░afoss: “G├Âtterwasserfall”.
Da wollte wohl jemand ganz sicher gehen, da├č die alten G├Âtter nie wieder auftauchen ­čśë

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// Sprengisandur (Schwarzwei├č)

Die Sprengisandur war schon eines der Highlights auf diesen circa 1000 Kilometern Fu├čmarsch.
Bei einigen Fotos konnte ich mich bei der Bearbeitung nicht entscheiden: Schwarzwei├č oder Farbe?

Einige der Fotos sind doppelt – ich hatte sie im zweiten Sprengisandur-Artikel schon gepostet. Da aber in Farbe.

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// Aldeyjarfoss

Nach einigen Tagen Ein├Âde in der Sprengisandur war es recht sch├Ân, wieder etwas Gr├╝nes zu sehen.
Ok, es war nicht viel, etwas Moos. Also um genau zu sein: auf viel schwarzen Felsen gab es mal ein paar Quadratmeter mit Moos. Und ein paar Kr├Ąuter mit Bl├Ąttern. Aber immerhin: Vegetation.

F├╝r die hatte ich – obwohl herbeigesehnt – keine Augen. Der Aldeyjarfoss war mein erster gro├čer Wasserfall in Island.

Bei so einem Anblick bleibt einem schon die Spucke weg. Macht aber nix: bei den Wassermengen, die da pro Minute 20 Meter in die Tiefe st├╝rzen, ist die Spucke, die wegbleibt, wirklich vernachl├Ąssigbar ­čśë

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// Mitten in der W├╝ste

Die Sprengisandur ist wegen ihrer Witterungsumschw├╝nge gef├╝rchtet. Das bekam ich auch recht deutlich zu sp├╝ren: ab dem zweiten Tag hatte ich keine trockenen Klamotten mehr.

Es begann in Str├Âmen zu regnen, und dieses schlechte Wetter sollte noch einige Tage anhalten.

F├╝r eine W├╝ste ist die Sprengisandur also erstaunlich na├č. So brauchte ich mir immerhin keine Sorgen darum machen, meine T├╝tensuppe trocken zu essen ­čśë

Alles in allem kam ich jedoch gut voran: tats├Ąchlich habe ich f├╝r die Durchquerung von Island vier Tage ab Landmannalaugur gebraucht.
Zum einen war es dort so still (und zwar wirklich totenstill), da├č ich ganz froh war, wenigstens das Knirschen meiner Schritte zu h├Âren. Die Stille kommt irgendwo kurz nach dem schalltoten Raum, den man vielleicht von Ohren├Ąrzten kennt. Nur eben mit Himmel und viel schwarzen Steinen – eine unendliche Weite.

Dies hatte dann den Nebeneffekt, da├č ich hier schon fast Streckenrekorde aufgestellt habe: im Schnitt 40 – 50km am Tag.

Viele Sagen ranken sich um die Sprengisandur: es soll dort Trolle und b├Âse Geister geben. Im 18. Jahrhundert ging dort niemand mehr hin – au├čer Ge├Ąchtete, die sicher auch zu einigen Horrorgeschichten beigetragen haben.

Ich kann mir das alles gut vorstellen – sogar die Trolle und b├Âsen Geister. In dieser Gegend ist es derma├čen einsam und dazu noch die unvorstellbare Totenstille, da├č die Sinne einem gerne mal einen Streich spielen.

Hat sich da hinten was lautlos bewegt?
Ein paar Kilometer sp├Ąter bemerkte ich eine reglose Gestalt in der nebligen Landschaft. Gedrungen, lauernd kauerte sie da und beim N├Ąherkommen erkannte ich einen riesigen Vogelschnabel an der ansonsten menschlich anmutenden Gestalt.

Nur ein merkw├╝rdig geformter Stein: Lava, vor Urzeiten willk├╝rlich in die Landschaft geworfen und im Laufe der Jahrhunderte zu einer teuflischen Fratze erodiert.

Trolle und b├Âse Geister? Ja, gibt es – in dieser Stille und Einsamkeit, bei den tiefh├Ąngenden Wolken l├Ąuft die Phantasie Amok.

Hier noch die letzten Fotos bei akzeptablen Wetter – die Reste der winterlichen Schneemassen an einem der zahlreichen Schmelzwasserb├Ąche, die ich durchqueren durfte (├╝brigens eine gute Gelegenheit, den Kreislauf in Schwung zu bringen. So Kneipbecken haben was…)

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// Spreng die Sanduhr

Isl├Ąndisch ist ja schon eine “gew├Âhnungsbed├╝rftige” Sprache. Lesen geht zwar einigerma├čen, jedenfalls kurze Texte, da dem Schwedischen oft nicht un├Ąhnlich. Aber f├╝r mittellange Zeitungsartikel reicht das dann doch nur m├╝hsam – und St├Ądtenamen habe ich ziemlich schnell vergessen – die klingen alle irgendwie ├Ąhnlich.
Also mu├čten Eselsbr├╝cken her: aus Sprengisandur wurde dann eben “Spreng die Sanduhr”. War in dem Fall aber eher witzlos, die Sprengisandur ist eine ziemlich gro├če W├╝ste mitten in Island. Kann man also gar nicht verfehlen. Ehe man sich versieht, steht man schon mittendrin.

Wie es sich f├╝r eine anst├Ąndige W├╝ste geh├Ârt, beginnt sie mit Hinweisschildern, da├č das alles ganz doll gef├Ąhrlich ist und man nur mit dem Jeep da reinfahren sollte:

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Ein paar Touris halten sich da nicht dran, und man sieht teilweise noch die Spuren von einigen Pannen: Anh├Ąnger mit Achsbruch, geschrottete Autos oder ein Abschleppdienst kommt einem entgegen.

Wenn man diese Mut machenden Szenen hinter sich gelassen hat, hat man eine tolle Aussicht auf den Vatnaj├Âkull und den Hofsj├Âkull nachdem man einige Zeit durch eine totenstille Landschaft gelaufen ist (die Fotos hier haben alle wieder Originalton).

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Die Sprengisandur beginnt erst nach ca. 50 km Fu├čmarsch durch die W├╝ste und so kommt man nach etwa 30 km noch einem Hinweisschild vorbei. Das einzige Verkehrsschild im Umkreis von 50 km in einer ebenen Landschaft und irgendeiner hat es wohl geschafft, dagegen zu fahren :mrgreen:

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