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// Der Vorhof zur Hölle

“Der Vorhof zur Hölle” – so wurde Landmannalaugur angesichts des Schwefelgeruchs, der Dampfschwaden und seismischer Aktivität von einer Reiseleiterin beschrieben.

Mehr als einmal bewegte sich die Geröllschicht – ein unangenehmes Geräusch, wenn tausende von kleinen Steinchen von oben herabrollen. Das ist nun nicht wirklich gefährlich, die Erschütterungen der Stärke 1 auf der Richterskala spürt man nicht einmal im Liegen. Aber: die Erde bewegt sich in Island. Das wird einem an manchen Orten immer wieder bewußt.

Bewußt wurde mir jedoch wesentlich deutlicher ein anderes Rumoren: in meinem Darm. Zwiebelsuppe während so einer Tour zu essen, ist eine richtig beschissene Idee. Das gibt Flatulenzen, die sich gewaschen haben. Jeder Furz stinkt wie ein jahrhundertealter Zwiebelkeller.

Blöderweise ist der Landmannalaugur eine touristische Attraktion, will heißen: überlaufen. Unbemerkt pupsen geht nicht.
Zum Glück gibt es ja auch chinesische Reisegruppen. Die schnattern viel und laut.

Ich stand also zwischen einer deutschen und einer chinesischen Reisegruppe, als der Druck in meinen Eingeweiden sehr, sehr groß wurde.
Ich ließ einen fahren, als die Chinesen gerade besonders laut losschnatterten. Es war nichts zu hören.

Glück gehabt.

Nahezu zeitgleich bemerkte die Reiseleiterin der deutschen Reisegruppe: “… Hier haben Sie also einen Eindruck, wie es im Vorhof der Hölle riecht.”

“Ich finde, es riecht nach Zwiebel.” widersprach ein Tourist.

Andere deutsche Touristen stimmten zu.

Die Reiseleiterin war verwirrt, mußte den Touristen aber schließlich Recht geben: So etwas habe es noch nie gegeben und das sei völlig neu.

Vor meinem inneren Auge sah ich jede Menge Geologen und Vulkanologen am nächsten Tag mit allerlei Meßgeräten anreisen, um dem ominösen Zwiebelgeruch zu ergründen.

Ich entfernte mich unauffällig, um einige Fotos zu machen und beschloß, die restlichen Zwiebelsuppe-Tüten auf dem Campingplatz der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Die Vulkanologen sollen ja nicht umsonst anreisen….

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1 Kommentar

  • Bjørn Lightman sagte am 16-November-15 at 20:15 Uhr:

    großartig. …
    habe ich ähnlich nach einer durchfeierten Nacht in Köln bei einer Dom Besteigung in den engen Wendeltreppen im Turm, ähh. verursacht……
    keine chance zur Flucht. …. 😉

    broken-spirits: nun, ob Zwiebel oder Schwefel… wer dahin fährt, weiß, worauf er sich einlässt. Insofern ist der Kölner Dom ja viel hinterhältiger 😛 Hm, ob ich mal nach Köln fahre, nachdem ich Zwiebelsuppe esse??? Wieviele sich wohl vom Turm stürzen werden *grübel*

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