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// Grönland und der Klimawandel

Wetteronline.de hat da gerade einen schönen Artikel gebracht, der erklären könnte, warum mein Grönlandurlaub ins Wasser gefallen ist:

Weite Teile des Nordatlantiks sind seit Monaten deutlich kälter als im langjährigen Mittel. Doch was können die Folgen der außergewöhnlich großen Anomalie für unser Wetter sein? Der Nordatlantik und damit auch Teile des Golfstroms sind nördlich des 40. Breitengrades teils über drei Grad kälter als im langjährigen Mittel zu dieser Jahreszeit. Über die Ursachen dieser rekordverdächtigen Meerestemperatur-Anomalie ist wenig bekannt. Grund zur Sorge besteht allerdings wohl nicht. (…)

Die Folgen für unser Wetter sind aber dennoch spürbar: Das Meer erwärmt die darüberliegende Luft weniger stark als in anderen Jahren. Daher ist die Luft, die bei Nordwest bis- Westwetterlagen nach Mitteleuropa weht, kühler als sonst. (…)

Das könnte die Erklärung sein für den langen und kalten Winter. Ein Inuit, den ich getroffen habe, brachte es ja auf den Punkt: “Globale Erwärmung kaputt”.

Mir schoß bei dieser Aussage so ganz spontan der Gedanke durch den Kopf, daß ich die Ausdrücke “Globale Erwärmung” oder “Treibhauseffekt” schon recht lange nicht mehr in der Berichterstattung gelesen habe. Stattdessen immer nur “Klimawandel”.

Die Einheimischen in den betroffenen Gebieten erwähnen schon seit 2010 (Lappland-Urlaub) oder auch jetzt in Grönland, daß das mit der globalen Erwärmung so nicht ganz korrekt sei.
Die Leute in den jeweiligen Gebieten beobachten einfach nur die Natur (Dauer der Jahreszeiten, Winterschlaf der Bären, Vögel, etc.)

Wärmer wird es nicht unbedingt – aber das Klima verändert sich.

In Nuuk habe ich in einer Zeitung zu diesem Thema auch den ein oder anderen Artikel gelesen (Die Zeitungen in Nuuk sind übrigens zweisprachig: Dänisch und Kalaallisut).
Den dänischen Teil habe ich verstanden und der war auch recht aufschlußreich: Die Eisbären haben drastisch an Durchschnittsgewicht verloren und völlig überraschend die Ernährung umgestellt. Es gibt unter Eisbären nicht nur Kannibalismus, sondern sie fressen jetzt auch Vogeleier.
Damit sind Eisbären die erste Spezie, die aufgrund des Klimawandels die Ernährung umgestellt haben. Die Vogelschützer sind beunruhigt – auch wenn es noch keine signifikanten Veränderungen in der grönländischen Vogelwelt gibt.
Vielleicht bleibt das ja auch so, wenn der Nordatlantikstrom weiterhin unterdurchschnittlich kühl bleibt?

Die Klimaveränderungen gibt es – das habe ich oft genug nahe des Polarkreises gehört. Aber wohl auch keine Erwärmung, ich tippe ja eher auf eine neue Eiszeit.
Wie dem auch sei: gerade im Norden macht sich das recht gut bemerkbar. Begegnet mir immer wieder und wesentlich drastischer als in hiesigen Breitengraden.

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// Grönlands Hauptstadt: Nuuk (Godthåb)

Nach etwas mehr als drei Wochen totaler Einsamkeit landete ich also wieder in Nuuk.

Die Stadt ist laut. Sie ist dreckig (das mag auch an dem späten Sommer liegen – auf den Straßen lagen aufgetaute Feuerwerkskörper rum. Die Reste von Silvester sind Ende Juni zu finden).
Die Stadt ist eine einzige Baustelle. Überall wird gehämmert und gebohrt und gesprengt: Ein einziger Bauboom – in Nuuk leben ca. 17000 Menschen was in etwa einem Drittel der Grönländischen Bevölkerung entspricht.

Den Inuit in Nuuk geht es zu gut – ein krasser Gegensatz zu Kusuluuk, wo die Passagiere auf dem Hinflug im Flughafengebäude quasi eingesperrt wurden, bis ein paar Euro oder dänische Kronen in den Kassen des Souveniershops wanderten.
Ich habe selten so eine Verschwendungssucht gesehen, wie in Nuuk.
Was dort an Müll rumsteht, was an Essen in den Restaurants stehengelassen wird, ist unglaublich.

Nuuk liegt an einer Bucht, also ein Halbkreis von Stadt. Es gibt keine Ausfallstraßen. Nuuk ist vollkommen isoliert.
Man verläßt die Stadt entweder mit dem Flugzeug, dem Helikopter oder einem Boot. Trotzdem hat jeder Einwohner im fahrtüchtigem Alter ein Auto.
Die längste Straße ist etwa 5-6 km lang und darauf staut sich der Verkehr, weil irgendwo Baufahrzeuge den Verkehr aufhalten.

Der ÖPNV ist besser als in meinem Wohnort: es gibt Busse vom Zentrum zum einzigen Vorort, es gibt Busse vom Zentrum zum Friedhof, es gibt Busse vom Friedhof zum Flughafen, es gibt Busse vom Flughafen zum Yachthafen, es gibt Busse vom Yachthafen zur Altstadt, es gibt Busse von der Altstadt zum einzigen Vorort und umgekehrt. Keine Busfahrt dauert länger als 20 Minuten und länger als 10 Minuten braucht man auf einen Bus auch nicht warten. Wenn das zu lange ist: es gibt auch Taxis noch und nöcher.
Für Strecken, die ich zu Fuß in weniger als 45 Minuten geschafft habe. Aber ich hatte ja auch Urlaub.

Knapp 17000 Einwohner + Touristen sind motorisiert unterwegs. Ich habe fast eine halbe Stunde warten müssen, um diese Tankstelle (es gibt noch eine zweite) ohne Autos fotografieren zu können:

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// Grönlands Flora

Wenn der Schnee mal nicht da, blüht in Grönland sogar was. Sehr viel sogar – auch wenn nichts größer ist, als ein Fingernagel:

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// Flug nach Grönland

Der Flug nach Grönland war schon ein Erlebnis: mit einer Propellermaschine ging es von Keflavik, Island nach Grönland.

Im Nachhinein betrachtet habe ich auf dem Hin- und Rückflug fast mehr von Grönland gesehen, als in den vier Wochen während der Wanderung.

Schön war, daß dieses ganze Sicherheitsgedöns während dieses Fluges komplett wegfiel. So stand nach dem Start die Tür zum Cockpit permanent offen und man konnte sich mit den Piloten unterhalten. Dies wurde auch ausgiebigst von allen Passagieren genutzt. Der Flug hatte nach kurzer Zeit eher Ausflugscharakter als Linienflugcharakter.

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A propos “Sicherheitsgedöns”: Bei der Zwischenlandung in Kusuluuk (an der Ostküste Grönlands) war sehr schön zu sehen, was die bodenständigen Inuit von den ganzen Terrorismuswarnungen halten. Ich ärgere mich, daß ich kein Foto von dem schief aufgestellten Körperscanner gemacht habe, durch den die Reisenden zwar durchlaufen mußten, dies aber wahrscheinlich nur Laienschauspiel war. Ich bin wegen einiger Fotos zweimal durch und kein einziges Mal hat das Ding gepiepst. Trotz Gürtel und Kleingeld in der Tasche. Mich würde es wundern, wenn das Ding überhaupt an das Stromnetz angeschlossen wurde. Ich hatte eher den Eindruck, daß das Ding nur aufgestellt wurde, weil das irgendein Beamter so wollte und damit dieser seinen Willen kriegt, steht das halt nun dekorativ in dem Warteraum rum.

In diesem Warteraum wird man übrigens eingeschlossen bis eine bestimmte Anzahl Touristen dort Geld ausgegeben haben. Erst dann darf man raus und ein paar Fotos machen.

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Der nächste Teil des Fluges ging dann über das Inlandeis und gegen Ende war eigentlich schon absehbar, daß meine Wandertour nicht so wird, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Westküste Grönlands sollte um diese Jahreszeit eigentlich schneefrei sein und nicht so aussehen:

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Gegen Ende meiner Zeit in Grönland brachte es ein Inuit auf den Punkt: “Klimawandel kaputt.”
An diesem Abend schlug ich jedoch erstmal das Zelt am Beginn des “Wanderweges” (ja, den gibt es theoretisch tatsächlich und ist sogar in der Google-Streetview virtuell zu besichtigen) auf, und genoß die Aussicht:

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Ich war ja schon einige Male in diesen Breitengraden (Lappland) aber immer nur im Winter. Jetzt hatte ich also das erste Mal Mitternachtssonne. Und die kann den Biorhythmus ganz ordentlich durcheinanderbringen. Von Müdigkeit ist bei dem Licht absolut nichts zu merken….

// Fassaden

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